
Kurvenliebe mit dem AC Bayreuth
Was ist Glück? Glück ist zum Beispiel ein Tag, an dem die Sonne scheint, nachdem das Wetter über Wochen hinweg unglaubliche Kapriolen geschlagen hat. Und unfassbares Leid – zum Beispiel über die Eifel – gebracht hat.
Deshalb ist es großes Glück, dass am Sonntag vor der Eröffnung der Bayreuther Festzspiele so etwas wie motorsportliche Festspiele stattfinden können: Die Wagnerstadt Historic Rundfahrt des AC Bayreuth. 140 Starter werden es an diesem Tag, der vom Glück des herrlichen Wetters geküsst wird. Unter den 140 Startern: ein bisschen mehr als zehn Vespisti, die – wie die Oldtimer mit den vier Rädern, von denen viele Schmuckstücke den Weg nach Bayreuth finden, die zwei Runden mit je rund 80 Kilometern unter die kleinen Räder nehmen. Kaum eine jünger als Baujahr 1970. Jeder der Fahrer mit einem großen Spaß bei der Sache.
Das Glück ist, dass der AC-Touren-Chef Stephan Kihm selber weiß, was Zweiradfahrern gefällt. Er hat die Strecke abgesteckt. Er hat dafür gesorgt, dass man die Fränkische Schweiz, um die es an diesem Tag hauptsächlich geht, in ihren Ausläufern als einzige Kurve wahrnimmt. Wobei Kurve noch recht untertrieben ist: Winkel, Kehre, Welle, S-Geläuf.
Ein Le-Mans-Start für die auf dem Papier schwächsten Teilnehmer im Feld mit dem gefühlt geilsten Sound und dem nachhaltigsten Duft, die vielleicht den größten Spaß hatten, Sonne von oben, Kurve im Blick, die Brassbound Rockets in der Pause zwischen den beiden Runden und eine liebevolle, familiäre Versorgung, das ist – zusammen mit den vielen gut gelaunten Schaulustigen an der Strecke, der Stoff, aus dem Glück gestrickt wird. Hält, wenn man Glück hat, Ewigkeiten lang nach.

































































