
Scoot. Love. Lake.
Lago di Garda. Surfspot. Sehnsuchtsort. Immer am Wasser. So wollen es die meisten haben. Ein bisschen in der Bar sitzen. In Riva oder in Torbole durch die Gassen schlendern. Mal rüber fahren nach Lazise oder nach Torri. Dort wieder am Wasser sitzen. Möglichst mit einem Espresso oder einem Spritz in der Hand. Oder mit einem der leichten Weißweine, die nicht weit entfernt an den Hängen entstehen.
Du erreichst Nago – und dir gehen die Augen über
Am geilsten ist es eigentlich, wenn du nach ewig langer Fahrt – denn früher war echt so manches besser – und Stau am Brenner durch diese Pinienwäldchen Richtung Nago schleichst, weil auch dort immer und überall Stau ist. Und sich dann dieser See vor dir aufmacht. Du kannst die Gischt der Surfer sehen, das blaue Wasser. Wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr. Und wie das stimmt. Die Italiener beschreiben es mit drei Worten: Live. Love. Lake. Super Werbekampagne, alles drin, was man braucht.
Doch man kann das noch ein bisschen ändern, so wie es die Scuderia diesmal gemacht hat. Scoot. Love. Lake.
Denn wo es – etwa von Nago kommend – ein Runter gibt, da gibt es von nahezu überall am Gardasee ein Rauf. Und das ist jedesmal anders. Jedesmal irre schön. Und jedesmal faszinierend, wenn du plötzlich hinter irgendeiner Tornante wieder den See siehst. Von oben. Wenn er dann plötzlich grün ist und nicht mehr blau. Wenn du plötzlich Motorboote siehst statt Surfer oder Segler.
32 Pässe von 0 auf fast 2000
32 Pässe sind es, die du sozusagen von Null auf 1300, 1600 oder fast 2000 Meter fahren kannst. Alle ab dem Lago. Die Scuderia hat sich in Torbole einquartiert, dem Surfer-Paradies, wo du so herrlich am Wasser sitzen kannst und wo fast immer was los ist auf dem See. Speziell natürlich bei Ora am Nachmittag oder Vento am Morgen. Wie immer ein großer Auftritt, wenn die Jungs aus Bayreuth, Regensburg und Lüneburg samt der Teilzeit-Innsbrucker irgendwo auftauchen. Nicht nur an den Tankstellen, wenn wir tanken und mischen und die armen Autofahrer das mit gemischten Gefühlen beobachten. Dauert ja immer ein bisschen, bis 15 Vespen voll sind – und gezahlt ist.
Schade, dass die James-Bond-Schlucht zu ist
Das Schöne am Lago ist, dass der Start ins Abenteuer der Kurven in Richtung Passo Bordala, Santa Barbara oder San Giovanni – schade, dass im Sommer 2025 die Strada della Forza noch geschlossen ist wegen eines Felssturzes – oder auch zum Monte Baldo genauso genial ist wie das Heimkommen. Dass viele Straßen dort den Namen Straße nicht so richtig verdienen, weil es eine maximale Herausforderung ist, dieses brockige Zeug unter deinen Zehnzöllern sturzfrei auszutanzen. Manche dafür sind wieder so wunderbar hergerichtet, weil kurz darauf der Giro d’Italia drüberrauscht – und die ja noch ein bisschen anfälliger sind mit ihrer dünnen Bereifung. Mit einer Anzahl an Kehren deiner Wahl im Gepäck und einem Grinsen im Gesicht bestellst du dir ein kühles Augustiner vom Fass im al Fortino oben in Nago, bevor es dann wieder runter geht nach Torbole, wo die Wind’s Bar oder ein paar andere duschgeknallte Gastronomen auf dich und denen leeren Magen warten.
Die Sache mit dem roten X
Doch wie schön und klangvoll doch die Namen sind: Passo Cello Sceriffo, Passo di Lumini,Cavallo di Novezza – für Abstinenzler wunderbar: der Passo Pozza della Cola. Fein zu fahren die Tour zum Idro und zum Ledro. Gut für ein rotes X ist übrigens Trento, obwohl es über den Bondone und Hunderte Kehren dorthin führt und der Lago di Cavedie immer einen Stopp wert ist. Denn die Trentiner zuckten nicht, obwohl du mit Kulturgut auf zwei Rädern in diese wunderschöne Altstadt und an den wunderschönen Verbotsschildern vorbei hinein fahren kannst, dir auch noch kurz vor Weihnachten Liebesgrüße zu schicken. Kostet irgendwas um die 80 Euro, einmal dort die Kiste reinzustellen und ein bisschen zu flanieren.
Die Haltbarkeit von Pfusch
Dass ausgerechnet die Via Enzo Ferrari einmal eine Straße sein wird, in die die Suderia Stelvio ebenfalls ein großes rotes X machen wird, steht übrigens noch einmal auf einem ganz anderen Blatt… Ansonsten hat dieser Trip – wieder einmal – endlos viele Eindrücke gebracht. Gezeigt, welche Fehler der eine oder andere eingebaut hat, wie haltbar neue Simmerringe sind – und wie lang Pfusch halten kann. Und sie hat gezeigt, dass der Gardasee zumindest für eine Woche um eine Sportart reicher gemacht worden ist. Kehren jagen mit der Vespa.
Scoot. Love. Lake.































































